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Kunstausstellung PERCEPTION SHIFT zum Kunst-Tandem

Mit der Ausstellung „Perception Shift“ präsentieren Giulia Spernazza und Sabrina Ferwagner die Ergebnisse ihres Kunst-Tandems im Rahmen der Residenz der Heimann Stiftung in Wiesloch. Aus unterschiedlichen künstlerischen Positionen heraus beschäftigen sich beide Künstlerinnen mit den Themen Wahrnehmung, Natur und Transformation. Ihre Werke treten dabei in einen spannungsvollen Dialog, der den Blick auf das Vertraute verändert und neue Perspektiven eröffnet.

Die Arbeiten von Giulia Spernazza entstanden während ihres Aufenthalts in Wiesloch. Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Recherche war die Erkundung der umliegenden Landschaft. Durch Beobachtung, fotografische Dokumentation und einen bewussten Prozess der Reduktion übersetzt sie Natur in eine minimalistische Bildsprache, die von feinen Farbnuancen und klaren Formen geprägt ist. Ihre Werke entstehen aus Filzcollagen und übereinanderliegenden Schichten halbtransparenter Baumwollstoffe. In einem Prozess der Verdichtung und Synthese verwandeln sich Landschaftseindrücke in textile Kompositionen, die zwischen Erinnerung, Wahrnehmung und Abstraktion oszillieren. Ergänzt werden diese Arbeiten durch textile Skulpturen, die aus Fragmenten und Überresten der Landschaftsarbeiten entstehen und natürliche Wachstumsformen aufgreifen.

Die Skulpturen von Sabrina Ferwagner entfalten auf den ersten Blick eine betörende, organische Schönheit. Ihre Formen erinnern an Blüten, Pflanzenkörper oder natürliche Wachstumsstrukturen. Doch hinter dieser ästhetischen Oberfläche verbergen sich Vorbilder aus der Natur, die von Gift, Täuschung und Fangmechanismen geprägt sind: fleischfressende Pflanzen, toxische Blüten oder Arten, die durch Anziehung und Tarnung funktionieren. Gerade dieser Kontrast – zwischen ästhetischem Reiz und unheimlicher Tiefe – bildet den Kern ihrer Arbeiten. Schönheit erscheint hier nicht als reine Harmonie, sondern als ambivalenter Zustand: faszinierend und zugleich bedrohlich. Die Werke ziehen den Blick an, nur um ihn im nächsten Moment zu irritieren.

In der Begegnung von Textil und Holz, von Landschaft und organischer Form, von Fragilität und Präsenz entsteht ein vielschichtiger Dialog. Während Giulia Spernazza Wahrnehmung durch Reduktion, Schichtung und textile Leichtigkeit untersucht, richtet Sabrina Ferwagner den Blick auf die Ambivalenz natürlicher Formen und deren verborgene Bedeutungsebenen. Gemeinsam eröffnen die Künstlerinnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von Natur, Material und Wahrnehmung.

 

Vernissage: 11. Juli 2026, 17:00 Uhr
Arte Vivere Gallery, Wiesloch

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