Ausstellung Künstlerinnen Bücher Januar15/ Februar 2016

Göttinnen der Kunst
"Frauenliteratur" von Petra Lindenmeyer in der Galerie Treff.Punkt-Kunst. Foto: Lucie Landeck.

Göttinnen der Kunst

Literatur, Musik und bildende Kunst: Der Verein GEDOK unterstützt spartenübergreifende Kunst von Frauen in seiner ersten Heidelberger Galerie.

 

Sophia, die Göttin der Weisheit, wacht derzeit über die Galerie „Treff.Punkt-Kunst“ in der Römerstraße 22. Gestaltet wurde sie von Angelika Karoly, die auch Fotodrucke auf Stoff mit Texten kombiniert. Wie die anderen acht Künstlerinnen der Ausstellung „Künstlerinnen Bücher“ präsentiert sie das Zusammenspiel aus Literatur und bildender Kunst. Die Galerie gehört zum GEDOK e.V., einem Verband, der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer.

Dieser Verein wurde bereits 1926 von der deutschen Jüdin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel gegründet. Sie selbst schrieb Gedichte . Inzwischen ist ihr Verein das älteste und größte Netzwerk von Künstlerinnen in verschiedenen Gattungen. Aktuell fördert der Verein Literatur, darstellende, angewandte und bildende Kunst, sowie Musik. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Künstlerinnen und Öffentlichkeit mit dem Ziel, künstlerische Talente von Frauen unter der Berücksichtigung ihrer oft besonderen Lebens- und Arbeitssituation gezielt zu fördern. „Künstlerinnen haben es gegenüber Künstlern immer noch schwer, sich einen Namen in der Szene zu verschaffen. Durch die Präsenz der GEDOK in zahlreichen deutschen Städten und direkten Kontakt zu Förderern und Stiftern, kann der Weg einer Künstlerin erleichtert werden“, berichtet eine der ausstellenden Künstlerinnen und Mitglied der GEDOK.

Nach 87 Jahren in Heidelberg bezog der Verein im April letzten Jahres die erste eigene Galerie „Treff.Punkt-Kunst“. Da die Räumlichkeiten mit mehreren Ausstellungen erfolgreich angenommen wurden, wollte Claudia Nuovia, aktives Mitglied der GEDOK, ihr Vorhaben in die Hand nehmen, die einzelnen Gattungen in ihrem künstlerischen Schaffen zusammenzuführen. So entstand die Idee der „Künstlerinnen Bücher“. Nuovia selbst stellt dort ihre Künstlerbücher aus, in denen sie Konzerte simultan skizziert. Sie sieht sich als Werkzeug zur Darstellung der Klänge. Die Musik geht ihr ins Ohr und erscheint durch ihre Hand in einer neuen Form. Die entstandenen Werke lässt sie nach dem Konzert von den Musikern signieren. „Interessant dabei ist, dass die Musiker sich und ihr Instrument intuitiv in den Skizzen wiedererkennen“, erzählt die Künstlerin. Betrachter finden in den Büchern Musik für die Augen und Musiker,(P)Artituren, die gelesen werden können.

Für Nuovia war sofort klar, dass diese Ausstellung auch einen Workshop und Lesungen beinhalten sollten. Sie stellte anderen Künstlerinnen die Aufgabe, einfach etwas aus nur einem Blatt Papier zu kreieren.

Isolde Ott fand dabei Inspiration für ihr Objekt „Stein“. Sie faltete, schnitt und riss Papier verschiedener Arten und durchzog dieses Gebilde mit einem roten Band. Dieses beschriftete sie mit dem Gedicht „Stein“ der Poetin Gerhild Michel. Dieses Werk ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Künstlerinnen durch die Aufnahme anderer Gattungen neue Ebenen ihrer Kunst erreichen können und neue Kunstformen entstehen. „Bücher sind für mich faszinierende Objekte. Durch das Blättern in ihnen kann ich jeden Tag ein anderes Kunstwerk betrachten“, sagt Nuovia zum Abschied.

Von Maren Kaps

 

GEDOK e.V., größtes Künstlerinnen-Netzwerk Europas, feiert 90-jähriges Jubiläum

Pressemitteilung der GEDOK e.V.                                                                                                                          Bonn, den 07.03.2016

Die GEDOK e.V. ist mit mehr als 2.600 Mitgliedern in 23 Städten Deutschlands das älteste und europaweit größte Netzwerk der Künstlerinnen und Kunstförderer der Sparten Bildende Kunst, Angewandte Kunst / ArtDesign, Interdisziplinäre Kunst / Darstellende Kunst, Literatur und Musik.

Im Jahr 2016 feiert die GEDOK ihr 90-jähriges Jubiläum. Die Künstlerinnenvereinigung wurde 1926 in Hamburg von der deutschen Jüdin Ida Dehmel (1870–1942) als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet. Dehmel führte einen glanzvollen Salon in der Hansestadt und setzte sich zugleich vehement für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstlerinnen ein. Mit Gründung der GEDOK entstand ein öffentliches Forum für Malerinnen wie Alma del Banco, Anita Rée, Charlotte Behrend-Corinth oder Clara Westhoff-Rilke. Käthe Kollwitz war ebenso prägendes Mitglied wie Ricarda Huch, Annette Kolb oder die Tänzerin Mary Wigman.

Der Verband versteht sich auch heute als Bindeglied zwischen Künstlerinnen und der Öffentlichkeit. Mit zahlreichen interdisziplinären Kunstprojekten, Ausstellungen, Lesungen und Konzerten bundesweit rückt die GEDOK das Werk und die Leistung ihrer Künstlerinnen erfolgreich ins Rampenlicht. Kunstpreise, wie der „Dr. Theobald Simon Preis“ für Bildende Kunst, der „FormART Klaus-Oschmann Preis“ für Angewandte Kunst und der „Ida Dehmel Literaturpreis“ ermöglichen die kontinuierliche Weiterführung des Fördergedankens der GEDOK, hoch qualifizierten Künstlerinnen – unabhängig von Alter und Lebensphase – den Weg in die Öffentlichkeit zu erleichtern und einem herausragenden Werk Anerkennung zu verschaffen.

Dank ihrer reichen Erfahrung in Sachen Kunstförderung und Networking ist die GEDOK auch ein Magnet für junge Künstlerinnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und von gemeinsamen Kunst-Projekten und Kunst-Publikationen profitieren.

Zu den bekannten GEDOK-Künstlerinnen gehört unter anderem die Multimedia-Künstlerin Prof. Ulrike Rosenbach, derzeitige Präsidentin der GEDOK. Von der GEDOK ausgezeichnete bekannte Literatinnen sind u.a. Herta Müller, Ulla Hahn und Hilde Domin.

Die GEDOK ist Mitglied im Deutschen Kunstrat und im Deutschen Musikrat und engagiert sich darüber hinaus in anderen nationalen und internationalen Kultureinrichtungen und politischen Gremien für ihre Mitglieder. Damit verfolgt der Verband das Ziel, die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Sie setzt sich ein für die gendergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens.

Ein spannendes Jubiläumsprogramm erwartet Kunstinteressierte in den GEDOK Galerien und Präsentationsräumen der regionalen Gruppen in 23 deutschen Städten und anlässlich der GEDOK Mitgliederversammlung 2016 in Leipzig.

 

Weitere Informationen:

GESCHÄFTSSTELLE DES BUNDESVERBANDES GEDOK e. V.

Haus der Kultur

Weberstraße 59 A

53113 Bonn

Tel. 0228 - 261 87 79

Fax. 0228 - 261 99 14

www.gedok.de

 

Ausstellung "Transparenz" in  der Gedok Galerie "Treff.Punkt-Kunst"

RNZ, 30.6. 2015 (Kaz)

Eröffnung der Gedok Galerie "Treff.Punkt-Kunst"

Ausstellung "Staubfänger" Oktober 2014

Ausstellung Face to Face August/September 2014

Ausstellung Konservierung Mai/Juni 2014

Ausstellung "Zu Flucht" Januar 2014