Koordiniert die Arbeit von rund 100 Künstlerinnen: Dorothea Paschen, Vorsitzende der Heidelberger GEDOK, in der Galerie der Künstlerinnenvereinigung an der Römerstraße vor einem großformatigen Gemälde von Inock Kim-Seifert
Koordiniert die Arbeit von rund 100 Künstlerinnen: Dorothea Paschen, Vorsitzende der Heidelberger GEDOK, in der Galerie der Künstlerinnenvereinigung an der Römerstraße vor einem großformatigen Gemälde von Inock Kim-Seifert

RNZ vom 12.4.2019      90 Jahre Gedok Heidelberg

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"Man kann nie genug tun für die Kulturförderung"

Die GEDOK Heidelberg wurde vor 90 Jahren gegründet - Gespräch mit der Vorsitzenden Dorothea Paschen über das Jubiläum

Von Volker Oesterreich

Heidelberg. 1926 von der Kunstförderin Ida Dehmel gegründet, gilt die GEDOK als ältestes und größtes Netzwerk von Künstlerinnen der Sparten Bildende Kunst, Angewandte Kunst, Musik, Literatur und Darstellende Kunst. Die fünf Buchstaben der Organisation stehen für die "Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlervereine aller Kunstgattungen". Europaweit hat sie rund 3000 Mitglieder, ca. 100 davon gehören zu der vor 90 Jahren gegründeten GEDOK Heidelberg. Den Anstoß zum Regionalverband gab die Musikerin Stephanie Pellissier. Das Jubiläum der GEDOK Heidelberg wird mit einer Reihe von Veranstaltungen gewürdigt. Vorsitzende des Regionalverbandes ist die Schauspielerin und ehemalige Kommunalpolitikerin Dorothea Paschen. Im Gespräch mit der RNZ skizziert sie die Arbeitsschwerpunkte.

Frau Paschen, können Sie erkennen, ob ein Kunstwerk von einer Frau oder von einem Mann stammt? Oder anders gefragt: Gibt es spezifisch weibliche Schreib-, Mal- oder Spielweisen?

Bei der Bildenden Kunst kann ich das nicht feststellen, und ich denke, das geht allen so. Bei der Literatur ist es vielleicht etwas anders, wobei Romane, Gedichte, Erzählungen oder Stücke aus so vielen Perspektiven und mit so unterschiedlichen Intentionen geschrieben werden, dass auch in diesem Bereich nicht immer auf den ersten Blick klar ist, ob die Texte von Frauen oder Männern geschrieben wurden.

HINTERGRUND

Ausstellungen von Schwetzingen bis nach Bad Rappenau geplant
Als nächste Ausstellung zeigt die GEDOK Heidelberg vom 13. April bis zum 10. Mai das Schmuckprojekt "Louvrette" von Silke Prottung in Zusammenarbeit mit 20 KünstlerInnen aus aller Welt. Liliana Geiss (zweite GEDOK -Vorsitzende) und Yvonne Weber sprechen morgen bei der Vernissage um 19 Uhr in

Die MeToo-Debatte hat große Teile der Kulturszene erfasst. Spüren Sie das auch in der GEDOKHeidelberg?
Eher nicht. Wir sind natürlich offen für alle Debatten. Und wenn wir von einem Missbrauchsfall im direkten Umkreis hören würden, wären wir sofort solidarisch. Aber bisher ist uns kein solcher Fall bekannt, zum Glück!

Was tut die GEDOKfür ihre Mitglieder? Und umgekehrt: Was tun die Mitglieder für die GEDOK?
Wir sind eine gemeinnützige Organisation und verstehen uns als "Netzwerkerinnen". Unter diesem Motto steht auch das Jubiläumsprogramm. Es geht darum, dass alle Sparten zueinanderfinden und voneinander profitieren, etwa wenn gemeinsam Performances, Aufführungen, musikalische Darbietungen oder Ausstellungen erarbeitet werden. Wir helfen uns auch gegenseitig beim Hängen der Bilder oder bei der Aufsicht während der Öffnungszeiten unserer Galerie an der Römerstraße. Wir haben ja drei Mal pro Woche geöffnet.

Unter welchen Bedingungen kann man/frau Mitglied werden?
Man muss einen Aufnahmeantrag stellen. In der Bildenden Kunst werden pro Jahr ein bis drei Künstlerinnen aufgenommen. Derzeit stehen aber etwa 20 auf der Warteliste. Eine Jury entscheidet über die Aufnahme, und wir achten darauf, dass auch externe Experten beteiligt werden. Entscheidend ist, wie gearbeitet wird, ob schon ausgestellt wurde, ob Kritiken vorliegen. Bei Schriftstellerinnen fragen wir nach bereits erschienenen Texten. Bei Musikerinnen ist beispielsweise eine CD hilfreich.

Gibt es ein Kuratorium für die Auswahl von Lesungen oder Exponaten?
Ja, auch darüber wird beraten. Von den Neumitgliedern gibt es zunächst Gruppenausstellungen, später wird über Einzelausstellungen gesprochen. Einzelausstellungen laufen bei uns sechs Wochen.

Besonderheit der GEDOK Heidelberg ist die eigene Galerie an der Römerstraße 22. Diese Möglichkeit hat nicht jeder Regionalverband - oder?
Wir sind sehr dankbar dafür, dass wir die Galerie mieten können, bezahlt wird die Miete von Mitgliedsbeiträgen. Vorher hatte hier die Künstlerin Marina Volkova ihr Atelier, und als sie den Raum nicht mehr nutzen wollte, konnten wir den Vermieter von unserem Galerie-Konzept überzeugen. Wir haben alles selbst renoviert, alles auf ehrenamtlicher Basis.

Tut Heidelberg genug für die zeitgenössische Kunst?
Man kann ja nie genug tun für die Kulturförderung. Heidelberg hat Kulturrichtlinien entwickelt, und das funktioniert ziemlich gut. Natürlich wäre es schön, wenn es städtische Räume in deutlich größerem Rahmen für die Präsentation zeitgenössischer Kunst gäbe. Für unsere Veranstaltungen gibt uns die Stadt einen jährlichen Zuschuss.

Hat sich die Situation für GEDOK-Schriftstellerinnen durch die Aufnahme der Literaturstadt Heidelberg ins Unesco-Netzwerk kreativer Metropolen verbessert?
Netzwerkarbeit ist immer sinnvoll: innerhalb der GEDOK, aber natürlich auch auf der internationalen Ebene der Literaturstädte. Auf diese Weise haben Schriftstellerinnen die Möglichkeit, besser bekannt zu werden.

Und hier vor Ort?
Wir sind froh, dass wir den Hilde-Domin-Saal der Stadtbücherei zwei Mal pro Jahr für größere Veranstaltungen nutzen können, sind aber
weiter auf der Suche nach Kooperationsmöglichkeiten.

Info: www.gedok-heidelberg.de

 

 

Internationale Wochen gegen Rassismus

Dienstag, den 19.3.2019 19 Uhr, GEDOK Galerie

„Fremd bin ich eingezogen“

Lesung mit Adriana Carcu, Gerhild Michel, Sonja Viola Senghaus, Marion Tauschwitz

Musikalische Begleitung Ute Schleich, Flöte

 

 

Schon immer gab es Fremde in den Völkern und schon immer fühlten sich Völker von ihnen bedroht.

Im 19. Jahrhundert war es die zunehmende Industrialisierung und der Fortschritt, der die Menschen aus ihrer vertrauten Umgebung verdrängte.

 Die Romantiker suchten nach Möglichkeiten, dieser Welt im Geiste zu entfliehen. Die Freiheit der schöpferischen Phantasie und die subjektive Gefühlswelt des Individuums wurden zum Ausgangspunkt ihrer Dichtung. Als Beleg zitierte Gerhild Michel Gedichte von Eichendorff,  Brentano und Heine, alle mit dem Titel „In der Fremde“.

Die in Rumänien geborene Autorin Adriana Carcu las ein Fragment aus der von Shakespeare vor 500 Jahren geschriebenen Rede gegen die Fremdenfeindlichkeit und eine eigene Geschichte über einen Fremden, der einen Monat in ihrem Haus gelebt hatte. Sie definierte das Ereignis mit den Worten: „Es ist ein beruhigendes Gefühl, einen Abend mit Leuten zu verbringen, die wissen, dass wir fast überall Fremde sind und nur Freundlichkeit die Welt retten kann.”

Sonja Viola Senghaus las eigene Gedichte aus ihren Lyrikbänden „Licht-Flügel-Schatten und Sprachruder“. Aus „Ungefähr ohne Tod im Schatten der Bäume“ von Christoph Meckel und „wo ich jetzt bin“ von Helga M. Novak stellte sie deren Texte über ihre Situation vor, in einem geteilten Land zu leben.

Das Musikstück „Raindance“ mit Blockflöte und Stimme von der Komponisten Nicola Termöhlen unterstrich hier die Zerrissenheit dieser Gefühle.

      

Den Abend beendete Marion Tauschwitz. Sie spürte alten Fragen nach:        Brauchen wir Fremde? Und überlässt König Stephan von Ungarn die Antwort: „Ein Land mit nur einer Sprache und einer Sitte ist schwach und gebrechlich. Darum ehre die Fremden und hole sie ins Land.“

Der Bogen zum Hier und Jetzt mit Texten über Flucht, Traumata und Ankommen war schnell geschlagen. Das Phänomen ist nicht neu, doch verlangt stetigen Einsatz und unsere Worte des Erinnerns. Ute Schleich setzte mit sorgfältig ausgewählten Musikstücken musikalische Kontrapunkte und schaffte gelungene Übergänge zu den Textbeiträgen der Literatinnen. Wieder ein rundum geglückter eindrucksvoller Abend.

   G.M.

 

 

 
12.03.2019, 06:00 Uhr
Foto :   Inock Kim-Seifert vor ihrem Großformat (Ausschnitt) "Details der Welt und Kulturgeschichte", das um 2012 entstand. Foto: Matthias Roth
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Von Matthias Roth
Heidelberg. In der 5. Klasse lernte sie Klavierspielen, in der 6. mit Tusche zu zeichnen. Damit galt sie im Süd-Korea der 1970er Jahren als privilegiert: Denn das Land war nach dem Korea-Krieg bitterarm, "ärmer als der Norden", so Inock Kim-Seifert im Gespräch, der ihre Heimatstadt Chun Cheon in der Nähe von Seoul mit politischen Flugblättern attackierte. Später machte sie sich auf nach Sydney, um Grafik zu studieren, und sie verbrachte prägende Jahre in China und Malaysia. Das Schicksal führte sie bei einer Bergwanderung mit einem Deutschen zusammen, mit dem sie zwei Jahre später nach Deutschland ging: Heute lebt die Künstlerin in Hirschberg an der Bergstraße.
Ihre Bilder signiert sie kurz mit "Inock", wie jetzt in der Heidelberger Gedok-Galerie am Römerkreis zu sehen ist. Der Name bezieht sich auf den Jade-Stein. Fotografie und Malerei sind Inock Kim-Seiferts Hauptbetätigungsfelder, das eine bedingt zum Teil das andere.
"Freie Abstraktion mache ich eher zur Entspannung, in der Pause zwischen anderen Arbeiten", sagt sie ganz offen. An diesen "anderen Arbeiten" aber feilt sie sehr lange. Ihr Hauptwerk, ein Diptychon von insgesamt drei mal zwei Metern mit dem Titel "Details der Welt und Kulturgeschichte" entstand um das Jahr 2012. Es scheint eine Momentaufnahme, eine Collage aus tagesaktuellen Ereignissen - und doch ist es in der Zwischenzeit nicht unaktuell geworden. Eher - und leider! - im Gegenteil.
Die religiösen Konflikte haben noch zugenommen, die Gewalt ist fast zur Alltäglichkeit geworden: Im Zentrum des Bildes sieht man tanzende Derwische und buddhistische Mönche sowie einen Schamanen, dahinter eine "Demonstration" jemenitischer Frauen, die für das Recht eintreten, ihre Töchter schon unter 17 Jahren verheiraten, das heißt: verkaufen zu dürfen. Links sitzen Lady Gaga und eine Bettlerin vor der "Bild"-Kampagne "Wir sind Papst", während ein Kind im Eiswasser "getauft" wird. Man findet auf diesem Großformat auch 9/11, eine fliegende Kuh und die untergehende Titanic (zwei Filmzitate) oder eine Frau, die von Polizisten misshandelt wird: Der Wahnsinn dieser Welt wird hier zur Ikonografie unserer Gegenwart. Dass Hieronymus Bosch Inock Kim-Seifert am meisten beeinflusste, wundert nicht.
Jahrgang 1961, ist Kim-Seifert eine eminent politische Künstlerin, das zeigen auch andere Arbeiten in dieser Ausstellung. Etwa die "Geschenke des Kaisers", eine Collage, die sich auf die Versklavung von Frauen für den japanischen Kaiser im Zweiten Weltkrieg ("Trostfrauen") bezieht. Ihre Bildmotive findet Kim-Seifert in Zeitungen und anderen Medien. Mit Acrylfarben bannt sie sie tagebuchartig auf die Leinwand, wo sie uns daran erinnern: Das sind wir, das ist unsere Welt und unsere Gegenwart. Wenn wir sie ändern wollen, müssen wir jetzt damit beginnen.
Info: Gedok-Galerie Heidelberg, Römerstraße 22, bis 6. April.
https://www.rnz.de/kultur-tipps/kultur-regional_artikel,-galerie-gedok-inock-kim-seifert-stellt-in-heidelberg-aus-_arid,426063.html?fbclid=IwAR1heP0nEm8GLG2WAql-dkSbZH9BAhcenvIpx0JjysOZJVuCRkuZD-Kk-Ms
Lieteratinnen der GEDOK beim internationalen Frauentag 8.3.2019
Lieteratinnen der GEDOK beim internationalen Frauentag 8.3.2019

Freitag, den 8. 3. 2019 18 Uhr GEDOK Galerie, Römerstraße

LESUNG Netzwerkerinnen „Literatur“

in der GEDOK Galerie stellen Literatinnen der GEDOK zum

Internationalen Weltfrauentag „starke Frauen“ vor

 

Vor einem großen interessierten Publikum las Adriana Carcu einen Text

über die von Angst- und Panikattacken heimgesuchten Virginia Woolf vor.

Gerhild Michel  erinnerte an Marie Luise Kaschnitz, deren stetes Hinter-

fragen und ihre Aufforderung „Tretet aus euren Schuhen/schlagt neue Wege ein“ überzeugte.

Dorothea Paschen stellte Texte ihrer Mutter, Maria Wozak, vor. In Prag

aufgewachsen musste die kultivierte und gebildete Frau nach Kriegsende

als Mutter von 4 Kindern in Westdeutschland ein neues Leben aufbauen.

Sonja Viola Senghaus berichtete von Sarah Kirsch, ihren Lebensstationen

und zitierte einige Gedichte, deren poetische Schreibweise oft mit einem Schuss Ironie versehen ins Schwarze trafen.

Und Marion Tauschwitz erzählte von dem tragischen Leben der jungen

Jüdin Selma Meerbaum, die mit 18 Jahren in einem Arbeitslager in

Transnistrien/Rumänien starb und ergreifende Gedichte über ihre Sehnsucht nach Leben schrieb.

Ein bunt gemischter, sehr anregender Abend vor einem dankbaren Publikum. G.M.

 

Rezension in

SEGEBERGER BRIEFE No. 98, Jahrgang XXXVI,
1/2019, Februar: Zeitschrift für Kreatives Schreiben:
Katharina Pinosova-Ruzickova
"three poems" - drei Solostücke für Blockflöte
(nach Gedichten von Sonja Viola Senghaus (Blick; Unentrinnbar; Vor dem Frühling),
Mieroprint Verlag EM 1270, Münster 2018

Zwei Silben "un". ... bar", dazwischen all das, was Leben verspräche, Stühle, Tisch, Bett, die verrück- antast-, benutzbar sein könnten: Immobiles Mobiliar. Dazu im Notenbild zwischen zwei Tönen alternierende Tremoli, aufgestautes Beben, sich dem Textvorbild anverwandelnd. Erst die Bassblockflöte, dann Tenor- und Altflöte in den Folgesätzen, eine Musik für Flöte allein, ohne Worte also - Musik spricht für sich; Gedichte haben ihren eigenen Klang. Sie korrespondieren, haben sich etwas zu sagen, aber ganz geht die Gleichung nicht auf. Zwischen zwei Tönen, im Satzmittelteil, windet sich in 7/8-, 5/8-Taken, in minimalen Erweiterungen fluktierend, eine quälende Floskel, wie um, umsonst, die Fesseln zu sprengen. Die Dreiteiligkeit des Satzes folgt nicht dem Strophenkonzept des Gedichts, sondern verzichtet auf die schlussfolgernde Coda, worin Lebensvergeblichkeit in der Unwiederbringlichkeit des "Ungelebten" kulminiert.
Im Eingangsstück zuvor wechseln sich Kurz- und Langzeilen von unregelmäßiger Takt- bzw. Silbenanzahl ab, lassen winterlich-nebelverhangene Hügellandschaft erahnen. Mit lautmalerischen Mitteln wendet sich die Musik den Unwegsamkeiten des Geländes zu: Sputato-Stolpersteine, oszillierende "Silberschleier", Glissandi stehen für "Absurzgefahr".
Das Abschlussstück Vor dem Frühling wählt kleinteilig-schmeichelnde Gesten ("streichelt mich mit Zauberhänden"), durchsetzt mit spitzen Staccato-Nadeln, "begrünte Eisblumen" über weite Strecken diatonisch-hoffnungsfroh.
Alle three poems sind Etappen einer" literarisch-musikalischen Winterreise", unter diesem Motto wurden die Stücke am 17.12.2017 in der GEDOK-Galerie in Heidelberg von Almut Werner Werner, Wiesloch, uraufgeführt.
Isa Rühling, (Blockflötistin,
Komponistin, Schriftstellerin)

RNZ 29.01.2019, 06:00 Uhr

 

Von Matthias Roth

Heidelberg. Sie muss täglich mit dem Hund raus. Einmal um den Block in der Heidelberger Weststadt. Dabei fiel der Künstlerin Vera Bonsen der Spieleladen unweit der Galerie auf, in der sie nun ausstellt: Hier gibt es zerbombte Häuser und Kriegsgerät im Spielzeugformat zu kaufen, während andere, quietschbunte Kinderunterhaltung auf dem Sperrmüll landet oder auf Flohmärkten feilgeboten wird.

In Erinnerung an die Novelle "The Turn of the Screw" von Henry James (Benjamin Britten hat sie zur Oper geformt), kreierte Bonsen für ihre jetzige Ausstellung in der Gedok Galerie am Heidelberger Römerkreis ein Objekt mit gefundenen Spielsachen, die sie mattschwarz einfärbte. "Bly", nach dem Landgut der James-Story genannt, verströmt eine gruselige Atmosphäre. Ein Horrorspielplatz, dessen Düsternis beängstigend wirkt: Der Froschkönig oder der blecherne Tanzkreisel haben ihre frühere Funktion eingebüßt und scheinen von Asche überzogen. Die Kindheitsträume sind ausgeträumt, alles Spielerische scheint ausgelöscht.

Gegenüber diesem apokalyptischen Szenario setzt das "Triptychon II" an der Wand dahinter einen eher spirituellen Akzent: Die drei Tafeln (insgesamt 125 x 185 cm) in tiefdunklem, mattem Blau unterscheiden sich nur im Detail. Hier wurden unzählige Einzelteile aus Modellbau-Pappe ausgeschnitten und miteinander verklebt, sodass eine in den Raum ragende Oberflächenstruktur entstand. Das intensive Blau leuchtet magisch vor dem hellen Hintergrund, gibt aber sein Geheimnis letztlich nicht preis.

Spielzeug begegnet einem auch an anderer Stelle in dieser Ausstellung. Die kleine Armee aus schwarz bemalten japanischen Winkekatzen, deren weiße Pfoten immer einen Nachbarn tangieren, winken nicht im gleichen Takt, aber wie bei György Ligetis "Poème Symphonique" für 100 Metronome bilden sich immer wieder Gruppen gleich schwingender Puppen, die ihren Vorderleuten kräftig auf den Kopf hauen. Die politische Aussage dieser Installation mit dem Titel "Freestyle Cruising", der sich nicht nur gegen den Gruppenzwang auf Kreuzfahrtschiffen richtet, ist offensichtlich.

Man merkt Vera Bonsens Arbeiten die frühere Beschäftigung mit dem Theater an: Die gelernte Bühnen- und Kostümbildnerin hatte Aufträge etwa in Hannover oder in Bregenz, bevor sie sich davon zurückzog: "Zu stressig", sagt sie im Gespräch. Seither lebt und arbeitet die Heidelbergerin in der Weststadt. Die Galerie Grewenig zeigte kürzlich ihre filigranen Papierarbeiten: Ähnliche "Papercuts" sind nun in Kästen auch in der Gedok Galerie zu sehen. Dabei sind verschieden farbige Papiere mit dem Skalpell in feine Streifen geschnitten, oft in mehreren Lagen übereinander. Spiegel verstärken die Raumwirkung.

Mehrere konstruktivistische Formstudien in Öl ergänzen die Einzelausstellung in der Römerstraße und zeigen die große Bandbreite dieser Künstlerin, die auch von Baumärkten fasziniert ist: "Das ist eine große Inspirationsquelle für mich", sagt sie. Die verschiedenen Materialien, Schauben und Winkel, überhaupt die handwerkliche Arbeit fesseln sie, die sich von Künstlern wie François Morellet oder Julius Popp beeinflusst sieht: Die naheliegenden Henry Matisse (Papier) oder Yves Klein (Farbe Blau) hingegen interessieren sie kaum. "Dann eher eine Stadt wie Venedig", wo sie auch studierte. "Diese morbide Vielschichtigkeit von Formen und Farben, das ist es."

RNZ 22.12.2018, 06:00 Uhr

 

Auch Lisa Berger beschäftigt sich mit der Buchstabenkunst: Ihre Papiertüten sind schon von außen durch das Schaufenster zu sehen. Foto: Philipp Rothe

Von Gutenberg bis zum QR-Code 

Künstlerinnen setzen sich mit dem Thema Druck auseinander

Von Elena Treiber

Heidelberg. Sieben Künstlerinnen setzen sich in der Ausstellung "550 Jahre Gutenberg - aktuelle Positionen" mit der Erfindung des Buchdrucks auseinander. Gutenbergs Druck mit beweglichen Lettern zählt zu den Meilensteinen der Kulturgeschichte, Reformation und Aufklärung wären ohne ihn nicht denkbar. Die in der Galerie der Gedok Heidelberg e.V. gezeigten Werke reichen von Malerei und Druck bis hin zu Raum- und Video-Installation.

Liliana Geiss malt in Smartphones versunkene Figuren, zwischen denen keine Kommunikation zustande kommt. Starke, in Flecken aufgetragene Farbkontraste lassen die Leinwand wie Handybildschirme flimmern. Der radierte Bilderzyklus von Christel Fahrig-Holm ist inspiriert von Goethes Gedichtband "Suleika". Figürliche und typografische Elemente mit Zitaten aus Goethes Gedichten werden verbunden, sodass Text und Bild miteinander korrespondieren.

Sabine Friebe-Minden zeigt Prägedrucke auf Büttenpapier. Binärcodes in Form von Nullen und Einsen werden kombiniert mit Tuschelandschaften und handgeschriebenen Textfragmenten. Diese zitieren Schriftsteller, die sich über den Buchdruck und dessen digitale Weiterentwicklung äußern. Lisa Bergers Installation besteht aus Papiertüten, die mit Metalllettern bedruckt sind. Wiederum wird Goethe zitiert - in kleinen Buchstaben: "was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen". Bewusste Rechtschreibfehler stellen das gedruckte Wort im Zeitalter von "Fake-News" in Frage.

Auch Anna Riebel-Mehnle interpretiert die beweglichen Lettern Gutenbergs um, indem sie das Alphabet in Schaumstoffbälle ritzt. Diese werden in Tusche getaucht und an eine Stoffwand oder auf Papier geworfen. Ihr Vorgehen hielt die Künstlerin filmisch fest. Als medienübergreifende Installation verdeutlicht sie so auch den Entstehungsprozess. Die Video-Installation von Brigitte Satori-Constantinescu thematisiert die Informationsgeschwindigkeit im digitalen Zeitalter. Der in verschiedene Sprachen übersetzte Bibeltext "Im Anfang war das Wort" bewegt sich über den Bildschirm. Er wird von Buchstaben, Schriftblöcken und Pixeln überlagert, die durch den Raum fliegen.

Birgit Sommer übersetzt auf ihren dreidimensionalen Papierobjekten Schlagzeilen in QR-Codes. Die Informationsdichte eines zweidimensionalen QR-Codes vervielfacht die Künstlerin in der Dreidimensionalität. Kritisch, aber auch zukunftsorientiert setzen sich die Künstlerinnen mit Gutenbergs Kommunikationsmedium und seiner digitalen Fortentwicklung auseinander.

Bei einer Lesung zitierten Dorothea Paschen und Helga Karola Wolf aus Daniel Kehlmanns Roman "Tyll", der unverkennbar auf Till Eulenspiegel verweist. Dessen Geschichte gelangte dank Gutenbergs Buchdruck bereits im 16. Jahrhundert zu weltweiter Bekanntheit.

Info: Die Ausstellung ist bis 5. Januar in der Galerie der Gedok, Römerstraße 22, zu sehen, mi (außer am 26. Dezember) und fr 17-20 Uhr, sa 11-14 Uhr.

 

Caroline Laengerer in ihrer Ausstellung in der Gedok-Galerie Heidelberg, Römerstraße 22 (Römerkreis Süd). Foto: MR.

 RNZ

 

Von Matthias Roth

Heidelberg. Sie kommt aus dem Allgäu und lernte als Kind bei ihrem Großvater den Umgang mit verschiedenen Materialien: Der Bildhauer, der Grab- und Denkmäler schuf, lud sie ein, sich auszuprobieren. Auch wenn der Opa von moderner Kunst nichts hielt, setzte er offenbar das Samenkorn, das bis heute wächst und gedeiht: Die Künstlerin Caroline Laengerer, ausgebildet in Mannheim und ihrer Geburtsstadt Isny, macht eine sehr materialhafte Kunst, die sich in Bildern genauso wie in Skulpturen ausdrückt und - ja, auch zwischen diesen beiden Polen des Zwei- und Dreidimensionalen sich bewegt.

Am liebsten möchte man alles, was Caroline Laengerer macht, anfassen. Bei einigen Arbeiten, etwa den großen, gebrannten "Wachsenden Ringen", lässt sie es sogar zu: Geformt aus Paperclay, einer Mischung aus Papier und Ton, die bei 1200°C gebrannt wird, sind die übermannshohen Stelen mit ihrer rauen Oberfläche Objekte, deren Außenhaut das Erdige, Verbrannte, Schlackige hervorhebt.

Der Effekt ist vulkanisch, archaisch, haptisch vom Äußeren her. Aber in der Form scheinen sie organisch, fast filigran und elegant-feingliedrig ausbalanciert. Und sie sind mit Kreisen übersäht, die auf den ersten Blick wie ein zufälliges Naturprodukt erscheinen, dem zersägten Inneren eines Steins ähnlich.

Doch die Kreise sind auf den Licht absorbierenden, körnigen Untergrund gemalt. Das Thema Kreise und Ringe zieht sich durch die ganze Ausstellung, die in der Heidelberger Gedok-Galerie zu sehen ist. Es wurde durch die Rilke-Verse "Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen, / die sich über die Dinge ziehn" inspiriert.

Doch nicht nur diese Dichtung bewegte die Künstlerin: Es ist in ihren Bildern und bildähnlichen, mehrschichtigen Objekten auch immer die Natur selbst, die eine besondere Rolle beim Entstehen der Arbeiten spielt. Sie ist ein Ausgangspunkt, und Sand (den sie auch aus verschiedenen Ländern mitbringt und verarbeitet) als geophysikalisches Endprodukt feststofflicher Existenz ein bevorzugtes Material in dieser Ausstellung.

Info: Gedok-Galerie Heidelberg, Römerstraße 22, bis 24. November. Gespräch mit der Künstlerin am Sonntag, 11.11., 11 Uhr; Konzert am 13.11., 20 Uhr; Finissage am 24.11., 17 Uhr.

Elsa Becke, Ausstellung LandArt, RNZ 2018
Elsa Becke, Ausstellung LandArt, RNZ 2018
rnz oktober 2018
rnz oktober 2018

Bei der Göttinger Jahrestagung 2018 des PEN-Zentrums wurde unsere GEDOK Literaturbeirätin Marion Tauschwitz in das PEN-Zentrum Deutschland und damit gleichzeitig in den internationalen PEN-Club gewählt.

 Um PEN-Mitglied werden zu können, müssen sich mindestens zwei Bürgen für den Neuzugang einsetzen. Im Rahmen der jährlichen Jahrestagung des PEN wird man in Abwesenheit vorgeschlagen und berufen. Beurteilungskriterium für die Aufnahme in den PEN Club ist primär die publizistische Leistung, ausgewählte Bücher werden bei der Zuwahl präsentiert, das Gesamtwerk beurteilt. Darüber hinaus zählt das Engagement eines Autors, das zur Charta des internationalen PEN-Zentrums passen muss.

Die GEDOK Heidelberg gratuliert herzlich.  Foto: RNZ

Ausstellung Künstlerinnen Bücher Januar15/ Februar 2016

Göttinnen der Kunst
"Frauenliteratur" von Petra Lindenmeyer in der Galerie Treff.Punkt-Kunst. Foto: Lucie Landeck.

Göttinnen der Kunst

Literatur, Musik und bildende Kunst: Der Verein GEDOK unterstützt spartenübergreifende Kunst von Frauen in seiner ersten Heidelberger Galerie.

 

Sophia, die Göttin der Weisheit, wacht derzeit über die Galerie „Treff.Punkt-Kunst“ in der Römerstraße 22. Gestaltet wurde sie von Angelika Karoly, die auch Fotodrucke auf Stoff mit Texten kombiniert. Wie die anderen acht Künstlerinnen der Ausstellung „Künstlerinnen Bücher“ präsentiert sie das Zusammenspiel aus Literatur und bildender Kunst. Die Galerie gehört zum GEDOK e.V., einem Verband, der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstförderer.

Dieser Verein wurde bereits 1926 von der deutschen Jüdin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel gegründet. Sie selbst schrieb Gedichte . Inzwischen ist ihr Verein das älteste und größte Netzwerk von Künstlerinnen in verschiedenen Gattungen. Aktuell fördert der Verein Literatur, darstellende, angewandte und bildende Kunst, sowie Musik. Er versteht sich als Bindeglied zwischen Künstlerinnen und Öffentlichkeit mit dem Ziel, künstlerische Talente von Frauen unter der Berücksichtigung ihrer oft besonderen Lebens- und Arbeitssituation gezielt zu fördern. „Künstlerinnen haben es gegenüber Künstlern immer noch schwer, sich einen Namen in der Szene zu verschaffen. Durch die Präsenz der GEDOK in zahlreichen deutschen Städten und direkten Kontakt zu Förderern und Stiftern, kann der Weg einer Künstlerin erleichtert werden“, berichtet eine der ausstellenden Künstlerinnen und Mitglied der GEDOK.

Nach 87 Jahren in Heidelberg bezog der Verein im April letzten Jahres die erste eigene Galerie „Treff.Punkt-Kunst“. Da die Räumlichkeiten mit mehreren Ausstellungen erfolgreich angenommen wurden, wollte Claudia Nuovia, aktives Mitglied der GEDOK, ihr Vorhaben in die Hand nehmen, die einzelnen Gattungen in ihrem künstlerischen Schaffen zusammenzuführen. So entstand die Idee der „Künstlerinnen Bücher“. Nuovia selbst stellt dort ihre Künstlerbücher aus, in denen sie Konzerte simultan skizziert. Sie sieht sich als Werkzeug zur Darstellung der Klänge. Die Musik geht ihr ins Ohr und erscheint durch ihre Hand in einer neuen Form. Die entstandenen Werke lässt sie nach dem Konzert von den Musikern signieren. „Interessant dabei ist, dass die Musiker sich und ihr Instrument intuitiv in den Skizzen wiedererkennen“, erzählt die Künstlerin. Betrachter finden in den Büchern Musik für die Augen und Musiker,(P)Artituren, die gelesen werden können.

Für Nuovia war sofort klar, dass diese Ausstellung auch einen Workshop und Lesungen beinhalten sollten. Sie stellte anderen Künstlerinnen die Aufgabe, einfach etwas aus nur einem Blatt Papier zu kreieren.

Isolde Ott fand dabei Inspiration für ihr Objekt „Stein“. Sie faltete, schnitt und riss Papier verschiedener Arten und durchzog dieses Gebilde mit einem roten Band. Dieses beschriftete sie mit dem Gedicht „Stein“ der Poetin Gerhild Michel. Dieses Werk ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Künstlerinnen durch die Aufnahme anderer Gattungen neue Ebenen ihrer Kunst erreichen können und neue Kunstformen entstehen. „Bücher sind für mich faszinierende Objekte. Durch das Blättern in ihnen kann ich jeden Tag ein anderes Kunstwerk betrachten“, sagt Nuovia zum Abschied.

Von Maren Kaps

 

GEDOK e.V., größtes Künstlerinnen-Netzwerk Europas, feiert 90-jähriges Jubiläum

Pressemitteilung der GEDOK e.V.                                                                                                                          Bonn, den 07.03.2016

Die GEDOK e.V. ist mit mehr als 2.600 Mitgliedern in 23 Städten Deutschlands das älteste und europaweit größte Netzwerk der Künstlerinnen und Kunstförderer der Sparten Bildende Kunst, Angewandte Kunst / ArtDesign, Interdisziplinäre Kunst / Darstellende Kunst, Literatur und Musik.

Im Jahr 2016 feiert die GEDOK ihr 90-jähriges Jubiläum. Die Künstlerinnenvereinigung wurde 1926 in Hamburg von der deutschen Jüdin Ida Dehmel (1870–1942) als „Gemeinschaft Deutscher und Oesterreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen“ gegründet. Dehmel führte einen glanzvollen Salon in der Hansestadt und setzte sich zugleich vehement für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Künstlerinnen ein. Mit Gründung der GEDOK entstand ein öffentliches Forum für Malerinnen wie Alma del Banco, Anita Rée, Charlotte Behrend-Corinth oder Clara Westhoff-Rilke. Käthe Kollwitz war ebenso prägendes Mitglied wie Ricarda Huch, Annette Kolb oder die Tänzerin Mary Wigman.

Der Verband versteht sich auch heute als Bindeglied zwischen Künstlerinnen und der Öffentlichkeit. Mit zahlreichen interdisziplinären Kunstprojekten, Ausstellungen, Lesungen und Konzerten bundesweit rückt die GEDOK das Werk und die Leistung ihrer Künstlerinnen erfolgreich ins Rampenlicht. Kunstpreise, wie der „Dr. Theobald Simon Preis“ für Bildende Kunst, der „FormART Klaus-Oschmann Preis“ für Angewandte Kunst und der „Ida Dehmel Literaturpreis“ ermöglichen die kontinuierliche Weiterführung des Fördergedankens der GEDOK, hoch qualifizierten Künstlerinnen – unabhängig von Alter und Lebensphase – den Weg in die Öffentlichkeit zu erleichtern und einem herausragenden Werk Anerkennung zu verschaffen.

Dank ihrer reichen Erfahrung in Sachen Kunstförderung und Networking ist die GEDOK auch ein Magnet für junge Künstlerinnen, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und von gemeinsamen Kunst-Projekten und Kunst-Publikationen profitieren.

Zu den bekannten GEDOK-Künstlerinnen gehört unter anderem die Multimedia-Künstlerin Prof. Ulrike Rosenbach, derzeitige Präsidentin der GEDOK. Von der GEDOK ausgezeichnete bekannte Literatinnen sind u.a. Herta Müller, Ulla Hahn und Hilde Domin.

Die GEDOK ist Mitglied im Deutschen Kunstrat und im Deutschen Musikrat und engagiert sich darüber hinaus in anderen nationalen und internationalen Kultureinrichtungen und politischen Gremien für ihre Mitglieder. Damit verfolgt der Verband das Ziel, die besondere Lebens- und Arbeitssituation von Künstlerinnen zu verbessern. Sie setzt sich ein für die gendergerechte Gestaltung aller Bereiche künstlerischen Schaffens.

Ein spannendes Jubiläumsprogramm erwartet Kunstinteressierte in den GEDOK Galerien und Präsentationsräumen der regionalen Gruppen in 23 deutschen Städten und anlässlich der GEDOK Mitgliederversammlung 2016 in Leipzig.

 

Weitere Informationen:

GESCHÄFTSSTELLE DES BUNDESVERBANDES GEDOK e. V.

Haus der Kultur

Weberstraße 59 A

53113 Bonn

Tel. 0228 - 261 87 79

Fax. 0228 - 261 99 14

www.gedok.de

 


Heidelberger Gedok präsentieren Ausstellung zum Thema "Summertime"

Positive Stimmung und fröhliche Farben bestimmen die Werke, die in der Galerie am Römerkreis zu sehen sind.

04.08.2015, 06:00 Uhr RNZ

Einen spontanen Eindruck hinterlassen Ulrike Götterts Stillleben, hier die Gouache "Senegal". Foto: Friederike Hentschel

 

 

Von Heide Seele

Helle Farben, freundliche Themen - und alles von Frauen gemalt! Das vorgegebene Thema "Summertime" hat die Mitglieder der Heidelberger Gedok sichtbar beflügelt. In der neuen Weststadt-Galerie am Römerkreis zeigen acht Künstlerinnen ihre positive Stimmung ausstrahlenden Arbeiten.

Ins Auge fallen die großen Feigen, die Christel Fahrig-Holm zuerst fotografiert hatte, bevor sie die Früchte sensibel auf Leinwand malte in grün schattiertem, fein strukturierendem Geäst. Natur holt sie dicht heran. Es sind keine exotischen Gefilde, die das neue Gedok-Mitglied hier zeigt. Die Früchte hängen in einem Heidelberger Garten. Agnes Pschorn dagegen bietet in ihrem Triptychon Figürliches mit einer Tänzerin, die kühne Sprünge und einen Spagat hinlegt und sich damit aus der Fläche entfernen zu wollen scheint. Die Szene verbreitet Frohsinn aufgrund ihrer Bewegtheit, aber auch wegen ihrer Farbigkeit.

Elsa Becke, die auch zahlreiche Fotos mit aussagekräftigen Ausschnitten mitbrachte, widmet sich dagegen der Natur, von der sie unmittelbar umgeben ist, und malt ihre Bilder in mehreren Schichten. Die Flusslandschaft, die sie sich künstlerisch anverwandelt, liegt buchstäblich vor ihrer Haustür. Nicht nur aus diesem Grund ist ihre Sinfonie in Grün von spürbarer Authentizität geprägt.

Ruth Groß lädt in ihrem "Traum", einem sensiblen Malfest in Blautönen (Öl auf Acryl), das Auge zum Schweifen über Wolken und Meer ein und differenziert die Farbe der Ferne nach Kräften aus. Damit animiert sie den Betrachter zum genauen Hinsehen. Ihre "Blue Mountains" verbreiten traumhafte Stimmung und erscheinen wie eine Verbeugung vor Caspar David Friedrich. Während Sabine Friebe-Minden in ihrem "Gen Süden" genannten, grün-weiß-gelben Acrylbild den zunächst fast idyllisch erscheinenden Farbeindruck durch eine unübersehbare Rasanz aufbricht, widmet sich Katja Hess zwei - wieder nach Fotos gemalten - Kindern am Strand. Sie verkörpern Sommersonnenfreude und hopsen fröhlich herum. Ulrike Göttert zeigt offenbar spontan entstandene Impressionen, zu denen sie 2011 auf einer Reise in den Senegal angeregt wurde: Die Gouachen auf Leinwand, von denen es eine ganze Mappe gibt, erscheinen wie Stilleben, sind pastos (auch mit viel Deckweiß) gemalt und verraten das Temperament ihrer Schöpferin.

Die letzte im Bunde ist Petra Lindenmeyer mit ihren Stoffobjekten, die in reicher Zahl auch in den Fenstern ausliegen. Korallen, Seetiere, Fadenschnecken, Blumentierchen und Flussperlmuscheln sind Beispiele ihrer originellen Objektkunst. Man kann ermessen, wie viel Zeitaufwand und handwerkliches Können für ihre Herstellung erforderlich sind. Im Alten Heidelberger Hallenbad läuft von ihr übrigens gerade eine Ausstellung über eine "bedrohte Art": die Badekappe.

Fi Info: Gedok-Ausstellung Heidelberg. Römerstraße 22, bis 4. September.

Ausstellung "Transparenz" in  der Gedok Galerie "Treff.Punkt-Kunst"

RNZ, 30.6. 2015 (Kaz)

Eröffnung der Gedok Galerie "Treff.Punkt-Kunst"

Ausstellung "Staubfänger" Oktober 2014

Ausstellung Face to Face August/September 2014

Ausstellung Konservierung Mai/Juni 2014

Ausstellung "Zu Flucht" Januar 2014



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